Catherine Avak

Perspektive, Haltung und Erfahrung

Die Frage nach Identität begleitet mich, seit ich denken kann. In meiner künstlerischen Arbeit ebenso wie in meinem Alltag als Designerin beschäftigt mich, was etwas im Innersten trägt und wie dieses Tragende eine erkennbare Form finden kann.

Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeite ich mit dem Medium Buch als Ort der Verdichtung, der Ordnung und der sorgfältigen Auseinandersetzung. Bücher zwingen dazu, Zusammenhänge zu klären, Entwicklungen nachvollziehbar zu machen und komplexen Inhalten eine tragfähige Struktur zu geben. Gerade in Familienunternehmen zeigt sich dabei oft, dass das, was sie im Innersten trägt, selten vollständig ausgesprochen ist.

Portrait von Catherine Avak

Erfahrung über Zeit

In dieser Zeit habe ich mit Verlagen, öffentlichen Institutionen und Unternehmen zusammengearbeitet. Mich interessieren weniger schnelle Ergebnisse als Formen, die über längere Zeit Bestand haben.

  • Wie lassen sich komplexe Inhalte so strukturieren, dass ihr innerer Zusammenhang sichtbar wird?
  • Wie wird Entwicklung nachvollziehbar?
  • Und wie kann Gestaltung Orientierung schaffen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen?

Haltung

Ein großer Teil meiner Arbeit entsteht in Familienunternehmen, die Verantwortung für ihre Arbeit, für die Menschen, mit denen sie verbunden sind, und für ihre Wirkung nach außen übernehmen.

Bücher verstehe ich nicht als Mittel der Darstellung, sondern als Form der Auseinandersetzung. Sie verlangen Zeit, Aufmerksamkeit und eine Haltung, die nicht auf Vereinfachung setzt.

Gerade in Unternehmerfamilien kann diese Form der Auseinandersetzung eine besondere Bedeutung gewinnen. Über Generationen hinweg entsteht ein Selbstverständnis, das selten vollständig ausgesprochen wird, und dennoch Entscheidungen, Verantwortung und Kultur prägt.

Rolle

Ich übersetze Unschärfe in Klarheit und mache Zusammenhänge sichtbar, die zuvor nur implizit vorhanden waren.

Gestaltung ist dabei kein Selbstzweck. Sie tritt zurück, um dem Inhalt Halt zu geben und Zusammenhänge erkennbar zu machen. So entsteht aus Vielschichtigkeit eine Form, die Orientierung gibt und Bestand haben kann.

Heute

Heute liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Gestaltung strategischer Identität für Unternehmerfamilien in Umbruchphasen. Viele der Projekte, an denen ich arbeite, entstehen in sensiblen Übergangssituationen und bleiben deshalb bewusst im Hintergrund.

Wenn sich Rollen verschieben, Generationen Verantwortung neu ordnen und strategische Entscheidungen an Tragweite gewinnen, braucht das gewachsene Selbstverständnis eines Unternehmens eine erkennbare Form. Meine Arbeit besteht darin, diese Form mitzuentwickeln – präzise, sorgfältig und dem inneren Zusammenhang des Unternehmens verpflichtet.

Parallel dazu verfolge ich meine künstlerische Arbeit, in der die Frage nach Identität ebenfalls ein roter Faden ist.